Welche Farbe haben Flammen? Gelb natürlich, jedenfalls wenn man an Kerzenflammen, Lager- oder Kaminfeuer denkt! Die Bunsenbrennerflamme zum Beispiel leuchtet jedoch eher blau, und Farben zwischen tiefem Blauviolett und sattem Grün lassen sich an Laborflammen beobachten, bei denen Kohlenwasserstoffe mit Luft verbrannt werden. Diese Blau- oder Grünfärbung verrät, dass in der Flamme sehr reaktive Molekülbruchstücke gebildet werden, so genannte Radikale, die für die chemische Umsetzung des Brennstoffs sorgen, bis nach vielen Reaktionsschritten endlich als hauptsächliche Produkte Wasser und Kohlendioxid entstehen. Blauviolett leuchtet das CH-Radikal in der heißen Flamme, und grün das C2-Radikal.
Durch dieses gut zu beobachtende Licht - die Flammenemission - erfährt man also etwas über die chemischen Reaktionen in der Flamme, leider jedoch nur, wenn die Radikale im passenden Wellenlängenbereich "von allein" leuchten. Dies können sie nur, wenn sie mit so viel chemischer Energie gebildet werden, dass elektronisch angeregte Zustände erzeugt werden. Bei anderen Radikalen oder Zwischenprodukten in der Flamme, deren Vorhandensein wichtige Hinweise auf bestimmte chemische Reaktionswege geben kann, muss man nachhelfen, zum Beispiel mit Anregung durch Laserlicht. Jedes Molekül hat ein spezifisches Absorptionsspektrum, das man mit Laserlicht passgenau treffen kann, und etliche Zwischenprodukte bei der Verbrennung lassen sich mit laserspektroskopischen Methoden nachweisen. Interessant ist dies vor allem im Zusammenhang mit der Entstehung (und Vermeidung!) von Schadstoffen oder mit der wirtschaftlichen Nutzung des eingesetzten Kraftstoffes.
In unserer Arbeitsgruppe benutzen wir mehrere Lasermethoden zur genauen Untersuchung von Verbrennungsprozessen, die jeweils ihre besonderen Einsatzbereiche haben:
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